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a) Pädagogische Grundlagen und Ziele
Mit unserer pädagogischen Arbeit möchten wir die Kinder unterstützen, ihr Leben selbstständig zu meistern. Dies ist für die gegenwärtige Situation der Kinder und auch für die Zukunft der Kinder von Bedeutung. Unsere Kinder erfahren, dass sie bei uns in ihrer Einzigartigkeit ernst genommen, akzeptiert werden. Sie erfahren Gemeinschaft und die dazugehörigen Regeln.
Das in der pädagogischen Fachsprache betitelte “Freispiel” ist der Leitfaden in unserer pädagogischen Arbeit. Dazu ein Ausspruch von dem Pädagogen Alexander Sutherland Neill:
“ Man könnte behaupten, die Übel der Zivilisation seien darauf zurückzuführen, dass kein Kind sich jemals richtig ausspielen konnte:
Alle Kinder werden zu Erwachsenen herangezüchtet, noch lange bevor sie erwachsen sind.”
Durch das Spielen, das eigene Tun, lernen Kinder, eigene Fähigkeiten zu erkennen, suchen neue Herausforderungen.
Durch das Leben in der Gemeinschaft setzen sich Kinder eigene Grenzen und lernen, sich gegenseitig in ihrer Individualität zu akzeptieren. Im Umgang miteinander entwickelt sich Toleranz und Akzeptanz des jeweiligen Andersseins.
Im Spiel werden Erlebnisse und Erfahrungen von den Kindern nacherlebt und in ihr Denken und Handeln eingebaut.
Handlungsmöglichkeiten werden eingeübt, der Verhaltensspielraum wird erweitert.
Nicht zuletzt ist Spiel ein Ventil für Spannungen der Kinder, die dadurch ausgelebt werden können.
Ein Kind, das spielt, lernt !
Als Spielraum haben die Kinder die gesamte Einrichtung zur Verfügung (ausgenommen Putzkammer, etc.).
Hiermit wird das selbstständige Tun der Kinder unterstützt. Ständige Beaufsichtigung oder Anleitung sind nicht erforderlich.
Freies und angeleitetes Spiel stehen in einem angemessenen Verhältnis zueinander.
Josef Joubert:
“ Die Kinder brauchen eher das Vorbild als die Kritik !”
Ein weiteres sehr wichtiges Erziehungsziel wird für uns hier sichtbar:
die Stärkung des Selbstbewusstseins bzw. des Selbstvertrauens.
Nur wer selbstbewusst ist, traut sich, wagt etwas, kann sachliche Kritik verarbeiten und konstruktive Kritik äußern.
Dazu ein Goethe-Zitat:
“ Wo Anmaßung mir wohlgefällt? An Kindern, denen gehört die Welt.”
Nur da, wo sich Kinder im Spiel frei entfalten können, werden ihre Sinne bewusst wahrgenommen und entwickelt sich ein ganzheitliches Körpergefühl.
Alexander Sutherland Neill:
“ Daseinszweck des Kindes ist es, sein eigenes Leben zu leben.”
Die Aufgabe für uns Erzieher liegt darin, den Kindern all diese Erfahrungen zu ermöglichen.
Dabei wollen wir nie vergessen, dass man nur lernen kann, wenn man Spaß hat und sich wohlfühlt.
Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit -- aber auch Angst, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Hilflosigkeit-- spüren und erfahren die Kinder.
Charly Chaplin:
“ Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.”
Viel Bewegung, ein angemessener Freiraum und auch die oftmals große Lautstärke gehören zum Alltag der Kindertageseinrichtung. Dieser Freiraum bezieht sich auch auf Themen wie Körper, Liebe, Doktorspiele.
Bei Kindern gibt es keine Trennung von Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität.
Schmusen, Kuscheln, Matschen und auch die Berührung ihrer Genitalien oder das Kitzeln am großen Zeh erleben Kinder als lustvoll und sinnlich.
Erfahrungen, die im zärtlichen Kontakt mit Eltern, sich selbst und anderen Menschen gemacht werden sind als sexuelle Lernerfahrungen wichtig, um über ein bestimmtes Körpergefühl die Beziehungs- und Liebesfähigkeit zu fördern.
Im direkten Umgang mit beiden Geschlechtern lernt das Kind, was es heißt, weiblich oder männlich zu sein. In Rollenspielen gestalten Kinder die soziale Dimension des Geschlechterverhältnisses. Die Kinder probieren das Vater-Mutter-Sein immer wieder aus, auch im Rollentausch. Die körperliche Dimension kann sich in den sogenannten Doktorspielen äußern. Durch genaues Betrachten und z.T. auch Berühren stellen Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest. Kinder empfinden eine solche “Entdeckungsreise” intim und wollen ungestört sein. Bei uns haben Kinder die Möglichkeit, ungestört spielen zu können. Wir unterbrechen Doktorspiele, wie jedes andere Spiel auch, wenn die Gefahr besteht, dass sich die Kinder gegenseitig weh tun.
Diese Spiele lösen bei Eltern häufig Unsicherheit und Angst aus. Wir möchten Sie herzlich bitten, uns in solchen Fällen unbedingt anzusprechen.
b) Spielregeln
So wie in unserer Einrichtung ein großer Freiraum für die individuelle Gestaltung besteht, muss es auch Regeln und Absprachen geben, an die sich alle verbindlich halten.
Es ist uns wichtig, dass es möglichst wenige, aber klare, für die Kinder nachvollziehbare Regeln gibt.
Die Kinder kennen sehr wohl auch die Konsequenzen, die eine Verletzung unserer Regeln mit sich bringen.
Wir wollen die Eigenverantwortlichkeit des einzelnen Kindes stärken, indem wir das gegenseitige Vertrauen als Basis unserer Arbeit sehen.
Feststehende Regeln und Absprachen:
-- Die einzelnen Spielbereiche wie der Flur, zweite Ebenen, abgetrennte Funktionsbereiche etc. können aus pädagogischen Gründen
nur von einer bestimmten Anzahl von Kindern genutzt werden und müssen nach Beendigung des Spiels wieder von diesen aufgeräumt werden.
-- Gefrühstückt wird in der Essecke und zu bestimmten Zeiten in den Gruppenräumen, die Atmosphäre soll ansprechend und gemütlich sein. Die Kinder decken ihren Platz alleine ein, räumen nach dem Frühstück das Geschirr auf den Teewagen und säubern ihren Platz, falls nötig.
-- Pro Gruppe können einige Kinder das Außenspielgelände ohne
permanente Anwesenheit einer Erzieherin nutzen.
WIR
Ich bin ich, und du bist du.
Wenn ich rede, hörst du zu.
Wenn du sprichst, dann bin ich still,
weil ich dich verstehen will.
Wenn du fällst, helf ich dir auf,
und du fängst mich, wenn ich lauf.
Wenn du kickst, steh ich im Tor,
pfeif ich Angriff, schießt du vor.
Spielst du pong, dann spiel ich ping,
und du trommelst, wenn ich sing.
Allein kann keiner diese Sachen,
zusammen können wir viel machen.
Ich mit dir und du mit mir -- das sind wir .
Irmela Brender
c) Vorbereitung auf die Schule
Die gesamte Kindergartenzeit dient der Vorbereitung auf das Leben und somit auch auf die Schule.
Die Kindertageseinrichtungen haben einen eigenständigen Bildungsauftrag, der per Gesetz festgelegt ist. Seit 01.08.2003 gibt es zusätzlich eine Bildungsvereinbarung, die unter Beteiligung aller Träger von Kindertageseinrichtungen festgelegt worden ist. Diese Bildungsvereinbarung dient auch für uns als Grundlage unserer Bildungsarbeit hier vor Ort.
Vorschularbeit beginnt nicht erst im letzten Jahr vor der Einschulung.
Wir verfolgen von Anfang an das Ziel, Kinder zu unterstützen, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein zu entwickeln, sich in einer Gruppe emphatisch verhalten zu können. Dies sind wichtige Voraussetzungen für die Schule und darüber hinaus.
Die kognitive und feinmotorische Entwicklung im Bezug auf die Schulreife des einzelnen Kindes haben wir immer im Blick.
Mit den Grundschulen in unserem Bezirk stehen wir im fachlichen Austausch.
Zwei Jahre vor der Einschulung führen wir in Zusammenarbeit mit der Peter-Vischer-Grundschule den vom Land vorgeschriebenen Delfin 4-Test durch.
4 Erzieherinnen unseres Teams haben an einer einjährigen Fortbildung teilgenommen, welche sie dazu befähigt, in Zukunft die Sprachförderung einzelner Kinder in unserer Einrichtung zu übernehmen. Wir arbeiten nach dem Sprachförderkonzept von Dr. Zvi Penner. Alle vierjährigen Kinder, welche auf Grund des staatlich angeordneten sogenannten Delfin 4-Testverfahrens Förderbdarf im Spracherwerb zeigen, nehmen an diesem speziellen zweijährigen Förderprogramm in unserer Einrichtung teil. Diese Förderung erfordert eine konsequente Durchführung 3-5 mal die Woche und die Teilnahme ist verpflichtend, um erfolgreich zu sein.
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