Von der Kleinkinderschule zur Kindertageseinrichtung in der Lindemannstraße:
![]() Unsere Kindertageseinrichtung, in früheren Jahren als “Kleinkinderbewahranstalt- oder Kleinkinderschule “ bezeichnet, erlebte am 16.04.1912 seine Eröffnung. In dieser Zeit fand ein wahrer Gründungsboom von evangelischen Kleinkinderschulen statt. Natürlich wurde ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass die Räumlichkeiten der Kleinkinderschule so eingerichtet werden sollten, dass sie als Gemeindehaus für Versammlungen und Vereine, sowie zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt werden konnten. Tante Anna, die den Kindergarten vom 1916 bis 1937 leitete ist eine legendäre Gestalt der Gemeindegeschichte von St. Nicolai. Sie war eine dominante Persönlichkeit, die sich für die Belange “ihres” Kindergartens einsetzte. Mit nur einer “Helferin” betreute Tante Anna zu dieser Zeit 130 Kinder in drei Räumen. Zum Abschied vom Kindergarten gab es für die Kinder nicht nur das Jesusbild und den Bibelspruch, sondern - und das war etwas ganz Besonderes- auch ein Zeugnis, in dem Betragen, Turnen, Stillsitzen etc. benotet wurden.
Weltkrieg und Revolution, Weltwirtschaftskrise und Faschismus haben den Kindergarten außergewöhnlich belastet. Von 1912 bis 1967 waren immer Sarepta-Schwestern aus Bethel Leiterinnen des Kindergartens und zusätzlich in der Krankenpflege tätig. Die Kindergartenarbeit hat seit jeher einen besonders wichtigen Stellenwert für die Gemeindeleitung (das Presbyterium ). Zwei Aspekte müssen hier erwähnt werden:
Ende der 60iger, Anfang der 70iger Jahre nahm die Experimentierfreude in der pädagogischen Praxis zu. Der Kindergarten war eine Vorschuleinrichtung, die Kinder durch didaktische Materialien direkt auf die Schule vorbereiten sollte. Inzwischen haben die Tendenzen dieser “ Verschulung “ des Kindergartens wieder stark abgenommen. Die emotionale und soziale Förderung der Kinder steht nun im Vordergrund. 1973 konnte der neu gebaute Kindergarten an der Kreuzstraße bezogen werden. Im Jahr 2001 wurden dann der inzwischen eingruppige Kindergarten an der Blankensteiner Straße der dreigruppigen Kindertageseinrichtung an der Kreuzstraße angegliedert. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde dieser Schritt notwendig, denn die Kirchengemeinde wollte nicht 25 Kindergartenplätze und zwei Arbeitsstellen wegrationalisieren. Ohne Unterstützung mit öffentlichen Geldern hat die Kirchengemeinde in den Umbau der Kita 300.000 DM gesteckt, um nun insgesamt 95 Kindern in vier Gruppen Raum und Platz zu schaffen. Der neue Eingang liegt nun an der Lindemannstraße. Im September 2003 konnten wir nach 2,5jähriger Vorbereitungszeit unseren umgestalteten Spielplatz einweihen. Es gelang den engagierten Eltern und Mitarbeiterinnen durch viele Aktionen, wie z.B. den Würstchen-und Getränkeverkauf bei Heimspielen der Borussia, sowie mit Hilfe der ortsansässigen Firmen, wieder ohne Bezuschussung mit öffentlichen Geldern insgesamt ca. 45.000 Euro für die dringend erforderliche Umgestaltung aufzubringen. Den hohen und ständig steigenden Anforderungen versuchen wir, als engagiertes Team von Erzieherinnen, im Zusammenwirken mit Träger und Eltern gerecht zu werden. Um die Qualität unserer pädagogischen Arbeit sicherstellen zu können, nehmen wir alle regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil. Außerdem führen wir zu Zeit ein Qualitätsmanagementsystem ein, in dessen Verlauf ein Qualitätshandbuch erstellt wird. |